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Sanierungsplan soll Zukunft der Bergbahnen Brigels Waltensburg Andiast sichern

Gemeinde Breil/Brigels

Sanierungsplan soll Zukunft der Bergbahnen Brigels Waltensburg Andiast sichern

Anlässlich der Parlamentssitzung vom 26. August 2026 wurde des Vorschlags des Sanierungsplans für die Bergbahnen Brigels SA vorgestellt. Die wesentlichen Eckpfeiler sind hier zusammengetragen.


Hinweis zum weiteren Verfahren

Der detaillierte Sanierungsplan wird im Zusammenhang mit der Behandlung der Botschaft durch den Gemeinderat am 23. September 2026 zuhanden der Urnenabstimmung öffentlich zugänglich gemacht. Am 8. Oktober findet eine öffentliche Informationsveranstaltung statt, knapp zwei Wochen vor der Urnenabstimmung vom 25. Oktober.


Ausgangslage

Die Bergbahnen Brigels, Waltensburg und Andiast sind ein zentraler Pfeiler für Tourismus, Gewerbe, Arbeitsplätze und die Attraktivität unserer Gemeinde Breil/Brigels. Der Gesellschaft fehlt es an Liquidität und die aktuelle wirtschaftliche Lage erfordert eine rasche und geordnete Sanierung. Ohne Sanierung drohen ein Verlust der Handlungsfähigkeit, der Aufschub notwendiger Unterhaltsarbeiten und erhebliche Risiken für das touristische Gesamtsystem von Brigels.

In den letzten Monaten wurde intensiv an einem Sanierungskonzept gearbeitet. Die Verantwortlichen der Bergbahnen Brigels AG, des Hauptaktionärs Anavon Brigels AG und die Gemeinde Breil/Brigels haben intensive Verhandlungen geführt. Nun liegt der Sanierungsvorschlag vor, über diesen die Bevölkerung der Gemeinde Breil/Brigels am 25. Oktober bestimmen soll.


Die Sanierungsmassnahmen im Überblick

Die Bevölkerung stimmt am 25. Oktober 2026 über einen einmaligen Sanierungs- und Liquiditätsbeitrag von CHF 4,5 Mio. sowie einen jährlichen Betriebs- und Investitionsbeitrag von CHF 500’000 während fünf Jahren ab. Der Verpflichtungskredit beläuft sich damit auf insgesamt CHF 7,0 Mio. Die Mittel stabilisieren Bilanz und Liquidität des Bergbahnunternehmens, ermöglichen den Unterhalt sowie notwendige Erneuerungsinvestitionen und sichern die finanzielle Handlungsfähigkeit.

Mit dem Sanierungs- und Liquiditätsbeitrag können offene Kreditoren (1.5 Mio.) beglichen sowie ein Teil privater Darlehen zurückbezahlt werden. Zur Sicherung der Betriebsliquidität wird der Gesellschaft CHF 1.0 Mio. zur Verfügung gestellt. Die Gemeinde Breil/Brigels investiert damit nicht in einen beliebigen laufenden Aufwand. Sie stellt sicher, dass die Gesellschaft ihre Verpflichtungen geordnet erfüllen, ihren Betrieb finanzieren und die dringendsten strukturellen Probleme angehen kann.

Der Sanierungsplan skizziert insgesamt einen Zeithorizont von zehn Jahren. Nach der ersten Phase kann die Bevölkerung bei einer erneuten Abstimmung über eine Verlängerung der Betriebs- und Investitionsbeiträge für die Jahre 6 bis 10 entscheiden. Diese zweite Phase würde wiederum CHF 500’000 pro Jahr beziehungsweise insgesamt CHF 2,5 Mio. umfassen.


Gemeinde übernimmt strategische Verantwortung

Die Gemeinde Breil/Brigels übernimmt die Mehrheit an der Bergbahnen Brigels AG. Sie übernimmt ein Aktienpaket der Anavon Brigels AG mit einem Nominalwert von CHF 2,0 Mio. zum symbolischen Preis von CHF 1 und hält anschliessend rund 58 Prozent der Aktien. Anavon bleibt mit rund 38 Prozent die grösste Minderheitsaktionärin.

Der fünfköpfige Verwaltungsrat wird neu besetzt. Eine Findungskommission sucht geeignete Kandidatinnen und Kandidaten und schlägt diese anhand eines festgelegten Kompetenzprofils vor. Als Hauptaktionärin hat die Gemeinde Breil/Brigels bei der Zusammensetzung des Verwaltungsrats das letzte Wort. Die Bergbahnen Brigels AG bleibt dabei eine eigenständige, betriebswirtschaftlich geführte Unternehmung; die Gemeinde übernimmt die strategische Eigentümerrolle, nicht den operativen Bergbahnbetrieb.


Anavon Brigels AG trägt Sanierung mit

Die Anavon Brigels AG besteht aus Privatpersonen, lokalen und regionalen Unternehmern sowie Zweitheimischen mit finanziellen Möglichkeiten und starkem Bezug zur Destination. Sie haben sich in den vergangenen Jahren mit grossem Engagement für die Bergbahnen und die Destination eingesetzt. Trotz eines hohen finanziellen Risikos stellten sie zinslose Darlehen zur Sicherung und Weiterentwicklung des Betriebs bereit. Als die Bergbahnen im vergangenen Jahr eine Notfinanzierung benötigten, ermöglichten die Beteiligten mit Notfalldarlehen die Durchführung der letzten Wintersaison.

Dieses Engagement wird mit dem Sanierungsplan fortgeführt: Anavon verzichtet auf Forderungen von CHF 1,313 Mio. und überträgt die Hälfte ihrer Aktien zum symbolischen Preis. Der damit verbundene wirtschaftliche Wertverzicht auf das Aktienkapital von CHF 2,0 Mio. entspricht de facto einer Abschreibung. Insgesamt trägt Anavon damit rund CHF 3,3 Mio. zur Sanierung bei.


Erhalt der Anlagen statt Ersatz

Für die nächsten fünf und zehn Jahre liegt ein Investitionsplan vor. Er umfasst den notwendigen Unterhalt und Erneuerungen für die bestehenden Anlagen, in Gastronomie, Maschinen und Geräte sowie weitere Ersatzinvestitionen. Der Investitionsbedarf in den nächsten fünf Jahren beläuft sich auf 5 Mio. und bis Jahr 10 kumuliert auf 8.4 Mio. Diese Investitionen sind durch den Cashflow aus dem Betrieb und den Betriebs- und Investitionsbeiträgen gedeckt. Nicht Bestandteil des Plans sind neue grosse Infrastrukturvorhaben, etwa eine neue Zubringerbahn oder weitere umfassende Investitionen. Solche Fragen bleiben Teil der langfristigen Zukunftsplanung.

Die technische Beurteilung der Transportanlagen zeigt, dass das Skigebiet auf einer tragfähigen Grundlage steht. Die Konzession der Zubringerbahn Brigels–Crest Falla endet 2032 und kann mit den nötigen Investitionen verlängert werden. Die Konzession der Sesselbahn Waltensburg wurde bereits verlängert. Ein unmittelbarer Ersatz der Zubringerbahnen ist aus heutiger Sicht nicht erforderlich. Vorgesehen ist auch die Wiederinbetriebnahme der Sesselbahn Crest Falla – Cauma ab Winter 2027/28; im anstehenden Winter wird die Bahn, aufgrund heute fehlender Investitionsmöglichkeiten des Unternehmens, stillstehen.


Betriebsoptimierungen als Teil der Sanierung

Der Sanierungsplan setzt nicht allein auf öffentliche Beiträge. Die auf Bergbahnen spezialisierte Beratungsfirma grischconsulta hat betriebliche Optimierungen bei Kosten und Einnahmen definiert. Der Plan hat zum Ziel, mit Einnahmen- und Ausgabenoptimierungen das EBITDA mittelfristig um CHF 0.5 Mio. zu steigern. Die Massnahmen betreffen verschiedene Bereiche: Preis- und Tarifstrukturen, Verträge mit touristischen Partnern, Gastronomie, Bahnbetrieb, Einkauf, Verwaltung und Personal.

Die Umsetzung ist eine Führungsaufgabe. Der neue Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung erhalten klare Zielwerte und müssen gegenüber der Gemeinde Breil/Brigels über Fortschritte und Abweichungen berichten.


Langfristig: Den Winter sichern und den Sommer weiterentwickeln

Der Wintersport steht vor grossen Veränderungen, die wirtschaftlichen und klimatischen Rahmenbedingungen werden anspruchsvoller. Die Sanierung schafft die Zeit und den Handlungsspielraum, das Zukunftsmodell zu erarbeiten.

Das Skigebiet Brigels hat eine Zukunft. Im Winter geht es darum, die bestehenden Anlagen zuverlässig und wirtschaftlich zu betreiben und das Angebot auf jene Teile des Skigebiets auszurichten, die langfristig die besten Voraussetzungen bieten. Das Skigebiet bleibt in den nächsten Jahren erhalten, wie es heute ist. Für die Zukunft müssen dennoch wichtige strategische Entscheidungen gefällt werden, ob es bei einem anstehenden Ersatz weiterhin zwei Zubringerbahnen braucht, bzw. ob man sich das leisten kann oder will, wie gross das Skigebiet in Zukunft sein muss und wie Talförderungen bei fehlendem Schnee in Zukunft ideal gehandhabt werden können. Die neue Verbindungsstrasse Waltensburg/Andiast nach Brigels erweitert dabei den Handlungsspielraum.

Der Sommer bietet Chancen. Steigende Temperaturen können zusätzliche Gäste in die Berge bringen. Damit der Sommerbetrieb der Bergbahnen wirtschaftlich trägt, muss er jedoch eine eigene Nachfrage mit entsprechendem Angebot aufbauen und seine laufenden Kosten möglichst decken.

Innerhalb der nächsten Monate/Jahren muss ein tragfähiges Zukunftsmodell erarbeitet werden. Massgebend sind dabei der Sanierungserfolg, die Entwicklung der Kosten und Erträge sowie die Bereitschaft privater Akteure, sich finanziell zu engagieren.